Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?

Außer Betrieb gesetzte Fahrzeuge sind nicht enthalten, Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dagegen schon. Zu den wichtigsten Auswertungsmerkmalen zählen: Fahrzeugklasse und Aufbauart, Hersteller und Typ beziehungsweise Marke und Modell, regionale Einheiten (Bundesland, Zulassungsbezirk, Gemeinde), Haltergruppe/Wirtschaftszweig, Kraftstoffart sowie diverse Größenklassen.

Seit dem Jahr 2018 wird der Bestand an Kfz und Kfz-Anhängern, die im ZFZR gespeichert sind, auch unterjährig nach ausgewählten Merkmalen ausgewiesen. Die Zählung erfolgt am 1. April, 1. Juli und 1. Oktober eines Jahres.

Zahlen zum 1. Januar 2022 im Überblick

Fahrzeugbestand Kraftfahrzeuge (Kfz) und Anhänger insgesamt67,7 Millionen
Personenkraftwagen (Pkw)-Bestand48,5 Millionen
Anteil deutscher Marken63,1 Prozent
Euro 5-Anteil23,6 Prozent
Euro 6-Anteil40,8 Prozent
Anteil der Pkw weiblicher Halter34,6 Prozent
Anteil der Pkw von Haltern über 60 Jahre33,2 Prozent
Durchschnittsalter10,1 Jahre
Fahrzeugdichte in Deutschland717 Kfz je 1000 Einwohner

Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?

Die Deutschen und ihre Autos sind eine Hassliebe der besonderen Art. Nun hat das Kraftfahrt-Bundesamt umfangreiche Zahlen zum aktuellen Bestand publiziert. Und diese sind nicht nur für pedantische Faktenhuber aufschlussreich.

Um über eine Millionen Fahrzeuge erhöhte sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahresstichtag und wies am 1. Januar 2020 rund 65,8 Millionen in Deutschland zugelassene Fahrzeuge auf (plus 1,6 Prozent). Diese gliederten sich in rund 58,2 Millionen Kraftfahrzeuge (Kfz) und knapp 7,7 Millionen Kfz-Anhänger.

Mit 47.715.977 Einheiten und einem Plus von 1,3 Prozent bildeten die Personenkraftwagen (Pkw) erneut die anteilsstärkste Fahrzeugklasse. Die deutschen Marken VW (21,1 Prozent), Mercedes (9,4 Prozent), Opel (9,1 Prozent), Ford (7,3 Prozent), BMW (6,9 Prozent) und Audi (6,8 Prozent) waren am häufigsten vertreten.

Die Importmarke mit den meisten zugelassenen Pkw am 01.01.2020 war Skoda mit einem Anteil von 4,8 Prozent (plus 5,9 Prozent), gefolgt von Renault mit einem Anteil von 3,7 Prozent trotz leichter Einbuße zum Vorjahr sowie Hyundai und Toyota mit einem Anteil von jeweils 2,7 Prozent.

Immer mehr SUVs

Die höchste Steigerungsrate in Bezug auf die Anzahl der zugelassenen Pkw wies wie schon am 1. Januar 2019 das Segment der SUVs mit plus 19,8 Prozent aus, gefolgt von den Wohnmobilen mit plus 10,6 Prozent und den Geländewagen mit plus 8,1 Prozent. (Hier sei angemerkt, dass das KBA etwas unscharf zwischen SUVs und Geländewagen trennt.) 

Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?

Am häufigsten vertreten waren die Kompaktklasse mit einem Anteil von 25,1 Prozent, die Kleinwagen mit 18,7 Prozent und die Mittelklasse mit 13,2 Prozent.

Bei den Pkw waren Benzin (65,9 Prozent) und Diesel (31,7 Prozent) die häufigsten Kraftstoffarten. Hier zeigt sich, dass sich die Verteilung inzwischen auf das normale Maß von zwei Drittel zu ein Drittel eingependelt hat.

Erhebliche Steigerungen bei den alternativen Antriebsarten hatten erneut Elektro- (plus 64,3 Prozent) und Hybridfahrzeuge (plus 58,0 Prozent) vorzuweisen. Der Anteil an Elektro-Pkw stieg von 0,2 Prozent (83.175) auf 0,3 Prozent (136.617) und der an Hybrid-Pkw von 0,7 Prozent (341.411) auf 1,1 Prozent (539.383) an. Die Anzahl an Plug-in-Hybridfahrzeugen wuchs von 66.997 auf 102.175 (plus 52,5 Prozent) an. Ihr Anteil verdoppelte sich auf 0,2 Prozent.

Flüssiggas-Pkw (371.472/minus 6,1 Prozent) waren mit einem Anteil von 0,8 Prozent und Erdgas-Pkw (82.198/plus 1,8 Prozent) mit einem Anteil von 0,2 Prozent registriert. Der Bestand an wasserstoffbetriebenen Pkw stieg von 374 (1. Januar 2019) auf 507 (plus 35,6 Prozent) an.

Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?

Die Anzahl der Pkw mit der derzeit besten Emissionsklasse Euro 6 stieg um 24,5 Prozent auf rund 15,4 Millionen Einheiten an, wovon 89.019 Einheiten bereits die Euro 6d- und 3.526.861 die Euro 6d-Temp-Norm erfüllten. Der Anteil der Pkw mit Euro 6 wuchs somit auf 32,3 Prozent und stellte erstmalig den größten Anteil. Der Anteil von Pkw mit der Emissionsklasse Euro 4 und 5 reduzierte sich auf 25,9 Prozent (minus 7,4 Prozent) beziehungsweise auf 25,8 Prozent (minus 3,6 Prozent).

Autos werden immer älter

Das durchschnittliche Alter der am 1. Januar 2020 zugelassenen Pkw stieg erneut leicht an. Dies spricht offenbar für die gestiegene Langzeitqualität moderner Automobile. Waren es im Vorjahr noch 9,5 Jahre, betrug es am 1. Januar 2020 9,6 Jahre. Stichwort H-Kennzeichen: Die Anzahl der Pkw, die älter als 30 Jahre waren, stieg um rund 100.000 (plus 13,3 Prozent) auf 857.039 Einheiten.

42,5 Millionen (89,0 Prozent) der Pkw waren auf Privat-Personen (darunter 34,2 Prozent weibliche Halter) zugelassen. Die Anzahl der gewerblichen Halter stieg um 3,2 Prozent auf 11,0 Prozent. Der Kfz-Handel konnte einen Zuwachs von 2,5 Prozent auf 480.243 Einheiten aufweisen. Für die Kfz-Vermietung waren 278.547 Fahrzeuge zugelassen. Hier belief sich der Anstieg auf 8,9 Prozent.

Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?
Wie viel Prozent der Bevölkerung fährt Auto?

Altblech liegt weiterhin im Trend: Am 1. Januar 2020 waren 595.046 Oldtimer (plus 10,9 Prozent) mit und ohne H-Kennzeichen zugelassen. Außerdem waren 2.488.155 Saisonkennzeichen (plus 2,3 Prozent) vergeben. 202.996 Kfz waren zum Stichtag mit einem E Kennzeichen (plus 79,9 Prozent) registriert.

Die Anzahl der registrierten Nutzfahrzeuge stieg um 2,9 Prozent auf rund 5,9 Millionen. Der Bestand an Krafträdern (also Motorrad und Co.) erhöhte sich auf 4,5 Millionen (plus 1,5 Prozent). Knapp 600.000 Krafträder (13,2 Prozent) waren auf Frauen zugelassen.

Die meisten Kfz waren in den einwohnerstärksten Bundesländern Nordrhein-Westfalen mit knapp 12,1 Millionen (plus 1,6 Prozent) zugelassen, gefolgt von Bayern mit rund 10,3 Millionen (plus 1,7 Prozent) und Baden-Württemberg mit rund 8,2 Millionen (plus 1,6 Prozent).

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