Wie viel farbe braucht man für eine wand

Autor: Ariane Windsperger

"Wieviel Farbe brauche ich zum Streichen?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nachdem, was und wie dick gestrichen werden soll, ist die Farbmenge unterschiedlich. So können Sie kalkulieren.

Kalkulieren Sie mit ausreichend Farbe.

Wenn Sie sich fragen: "Wieviel Farbe brauche ich?", dann müssen Sie sich zunächst einmal fragen, wie deckend die Farbe sein soll, die Sie auftragen wollen. Je nachdem, was Sie streichen wollen, und wie deckend gestrichen werden soll, ist der Verbrauch ganz unterschiedlich.

  • Wenn Sie zum Beispiel eine rot oder schwarz gestrichene Wand deckend weiß streichen wollen, dann brauchen Sie wesentlich mehr Farbe, als wenn Sie eine crèmefarbene Wand weiß streichen möchten.
  • Denn im ersten Fall müssen Sie über die kräftigen Farben meist mindestens dreimal drüber streichen, bis Sie ein wirklich strahlendes Weiß erhalten. Bei einer crèmefarbenen Wand hingegen sollten ein bis zwei Mal Streichen genügen. Wenn Sie eine fleckige weiße Wand auffrischen wollen, sodass sie wieder sauber und ordentlich wirkt, dann reicht in der Regel ein Farbanstrich. 

Weitere Kriterien zur Berechnung der Farbmenge

  • Auch die Qualität der Farbe oder des Lacks haben einen Einfluss darauf, wie oft Sie streichen müssen bzw. wieviel Farbe Sie brauchen. Auf den Farbeimern finden Sie immer Angaben, für wieviel Quadratmeterfläche die Farbe oder der Lack geeignet ist.
  • Dies gilt dann jedoch nur für einen einfachen Anstrich. Wenn Sie also 10 m² bunte Wand weiß streichen wollen, dann wird Ihnen zum Beispiel 500 ml Farbe, auf deren Eimer steht, dass Sie für 10 m² Wand reicht, in Wirklichkeit kaum genügen, da Sie die Farbe mehrfach auftragen müssen.
  • "Wieviel Farbe brauche ich" lässt sich also nicht pauschal beantworten. Rechnen Sie die Quadratmeter Wand aus, ziehen Sie Fenster und Türen ab und kaufen Sie etwas mehr Farbe, als Sie eigentlich bräuchten.

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Es wird gemalert! Damit Sie aber nicht mitten im Arbeitsprozess plötzlich "am Trockenen sitzen" oder die teure Farbe kübelweise übrig bleibt, sollten Sie vor dem Kauf den Taschenrechner zücken.

Auch wenn Sie kein Malermeister und kein Rechengenie sind, der Materialbedarf für Ihr Ausmalprojekt lässt sich ganz einfach berechnen. Messen Sie zuerst die betreffende Fläche aus. Dafür nehmen Sie die Länge bzw. Höhe mal der Breite und multiplizeren das dann mit dem Verbrauch pro Quadratmeter, der auf dem Farbeimer vermerkt ist. Rechnen Sie dann noch etwa 10 % für die Fenster- und Türlaibungen hinzu.

Pauschal sollten noch rund 20 % Mehrverbrauch addiert werden, immerhin kann es passieren, dass mal ein Eimer umkippt oder man zweimal über eine Stelle muss.

Rechenbeispiel
4 m x 3m = 12 m²
12 m² x 140 ml/m² = 1680 ml
1,68 Liter + 10 % + pauschal = rund 2 Liter Farbe

Nicht nur, dass der schlussendliche Materialverbrauch auch vom jeweiligen Untergrund abhängt (glatte Flächen benötigen weniger Farbe als etwa eine Rauhfasertapete!), sollte die Wand vor dem Streichen vorbereitet werden.Der Untergrund muss tragfähig, sauber und eben sein. Nicht tragfähig sind z. B. Wände mit Putzrissen, nicht grundierter Gasbeton oder kreidende oder abplatzende Anstriche.

Die Verwendung lösemittelhaltiger Anstriche auf einem nicht lösemittelhaltigem Untergrund führt dazu, dass der zuvor noch tragfähige Untergrund nicht mehr tragfähig ist und die Farbe abplatzt. Genauso verhält es sich mit Dispersionsanstrich, der daher niemals über einen Leimfarbenanstrich aufgetragen werden darf! Die untere Schicht wird sonst angelöst und platzt spätestens beim Zweitanstrich auf.

Im umgekehrten Fall - Leimfarbe auf Dispersion - treten keine Probleme auf. Am besten ist es jedoch, bei dem Anstrich zu bleiben, der schon aufgetragen wurde, es sei denn, dieser ist nicht mehr tragfähig. In diesem Fall muss der Anstrich ohnedies entfernt werden.

Nicht mehr tragfähige Kalk- und Zementfarben werden abgewaschen oder abgeschert, während Lacke erwärmt oder angeschmolzen (abgebrannt) werden. Trockenes Abschleifen oder Abbürsten sollten Sie übrigens nur auf kleinen Flächen anwenden.

AutorIn: Redaktion
Datum: 01.02.2017

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Juli 2021

Die wichtigste Frage zuerst:

Warum sollten Sie überhaupt berechnen, wie viel Liter Farbe Sie pro qm brauchen?

Wenn Sie nicht wissen, wie viel Farbe Sie zum Anstrich brauchen passieren 2 Dinge:

Es bleibt zu viel Farbe übrig. Sie wird im Keller gebunkert. Vergessen. Und dann wird sie schlecht und unbrauchbar.

Oder das Gegenteil:

Sie haben zu wenig Farbe. Sie werden gezwungen, Ihre Arbeit zu unterbrechen, müssen zum Baumarkt flitzen und neue Farbe holen. Der Frust steigt, wenn die Farbe im Baumarkt um die Ecke ausverkauft ist. Was dann?

Das will doch wirklich keiner haben.

Sie auch nicht?

Deshalb zeigen wir Ihnen die 3 wichtigsten Faktoren, auf die es ankommt, damit Sie die exakte Menge an Farbe pro Quadratmeter berechnen können:

  1. Gesamtfläche der Wände
  2. Beschaffenheit des Untergrunds
  3. Ergiebigkeit der Wandfarbe

Außerdem verraten wir Ihnen, welchen gravierenden Fehler Sie bei der Farbwahl auf jeden Fall vermeiden sollten.

Legen wir los:

1) Wie viel Quadratmeter wollen Sie streichen?

Hier ist einfaches Rechnen gefragt.

Sie können die Fläche der Wände einzeln berechnen und dann zusammenaddieren:

Länge x Breite + Länge x Breite + Länge x Breite + Länge x Breite = Gesamtfläche

Wer fit in Mathe ist, kann auch die Abkürzung nehmen. Messen Sie die Länge, Breite und Höhe des Raums und machen Sie dann die Rechnung:

1) (Höhe x Länge x 2) + (Höhe x Breite x 2) = Gesamtfläche

Oder:

2) (Länge + Breite) x 2 x Höhe des Raums = Gesamtfläche

Hier ist ein Beispiel von einem Schlafzimmer:

Länge: 5m

Breite: 3m

Höhe: 2,5m

  • Rechnung 1:(2,5x5x2) + (2,5x3x2) = 25+25 = 40 m²
  • Rechnung 2:
    (5+3) x 2x2,5 = (5+3) x 5 = 25+15 = 40 m²

Wenn Sie die Decke mit streichen wollen, rechnen Sie zur Gesamtfläche die Fläche der Decke (Länge x Breite) hinzu

Wer es so richtig genau nehmen will, der berechnet auch die Fläche der Fenster und Türen und Heizkörper und zieht das Ergebnis von der Gesamtfläche ab.

#Lesetipp: Welche Farbe passt am besten fürs Schlafzimmer?

Wir empfehlen Ihnen aber, diese Flächen als Puffer zu nutzen.

Nun wissen Sie, dass Sei eine Fläche von 55 m² streichen müssen.

Jetzt sollten Sie prüfen, ob ein Anstrich genügt, oder ob Sie doppelt streichen müssen (110 m²):

2) Reicht ein Anstrich oder müssen Sie doppelt streichen?

Beim zweiten Schritt, sollten Sie den Untergrund prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Und böse Überraschung heißt:

2 - 3 Anstriche mehr, weil der Untergrund Ihnen Probleme macht. Denn neben der sauberen und glatten Wand gibt es 3 weitere Kategorien des Untergrunds:

  1. Leicht saugende WandEine leicht saugende Wand ist entweder schon vor grundiert oder bereits einmal gestrichen. Daraus ergibt sich eine ähnliche Beschaffenheit wie bei der glatten Wand:Die Farbe haftet ausgezeichnet an der Wand und deckt hervorragend den Untergrund.Hier kommen Sie mit einem Anstrich aus (55m²).
  2. Stark saugende Wand
    Zu stark saugenden Wänden gehören neue Tapeten (Malervlies oder Raufaser), Dekorputz und frischer Putz.Solche Untergründe saugen die Farbepigmente schnell auf, wodurch der Untergrund durch schimmert.Hier brauchen mindestens 2-3 Anstriche (110m² - 165m²).

    Oder Sie bearbeiten den Untergrund vorher mit einer Wandgrundierung - dann reicht nur 1 Anstrich.


    #Lesetipp:

    Kinderleicht Tapete streichen

  3. Raue WandRaufaser, Dekorputz oder Strukturtapete bilden einen rauen Untergrund.Problem bei rauen Wänden? Sie nehmen die Farbe meist ungleichmäßig auf. Das Ergebnis sieht uneinheitlich und die Wand uneben aus.

    Hier sollten Sie 2 Anstriche (110m²) planen oder schon beim ersten Anstrich die Farbe großzügig und satt auftragen. Berechnen Sie hier einen Puffer von 20-30% (insgesamt also circa 75m²).

Wie prüfen Sie am schnellsten und effektivsten den Untergrund?

Hier sind 2 einfache Tricks, um die Saugfähigkeit und die Untergrundfestigkeit Ihrer Wand zu prüfen:

Der Wasser-Test:

Spritzen Sie ein wenig Wasser an die Wand. Wenn das Wasser abperlt und sich Tropfen bilden, ist der Untergrund zum Streichen optimal geeignet. Wenn das Wasser aber in die Wand sickert, ist der Untergrund stark saugfähig. Dann sollten Sie eine Wandgrundierung auftragen.

Der Klebeband-Test:

Kleben Sie einen Streifen Klebeband an die Wand und ziehen Sie ihn ruckartig wieder ab. Wenn die Klebeseite sauber ist, ist der Untergrund fest und sie können bedenkenlos drüber streichen. Wenn aber auf der Klebeseite Reste vom Untergrund haften, sollten sie die Untergrund vorher bearbeiten und grundieren.

Deshalb gilt:

Wenn der Untergrund ungünstig ist und Sie ihn vorher bearbeiten müssen, dann berechnen Sie zu der Gesamtfläche ruhig 20%-35% hinzu. Das wären in unserem Beispiel ungefähr 65m² - 75m² Gesamtfläche.

#Lesetipp: Wände streichen: 10 Techniken für erstaunliche Ergebnisse

Jetzt können Sie die tatsächliche Menge an Farbe berechnen:

3) Wie viel Liter Farbe pro qm brauchen Sie tatsächlich?

Der letzte Schritt ist simpel:Berechnen Sie einfach die Gesamtfläche x Ergiebigkeit der Farbe.

Die Ergiebigkeit der Farbe gibt der Hersteller meist auf dem Etikett in 2 Formen an:

Wie viel ml Sie für einen Quadratmeter benötigen oder wie viel Quadratmeter Sie mit einem Liter Farbe streichen können.

Hier sind Rechnungsbeispiele mit den 3 häufigsten Innenfarben:

  1. StoColor Rapid Ultramatt (Dispersionsfarbe)Fläche: 55 m²Ergiebigkeit: 0,13 - 0,15 l/m² oder 7 m²/lBei 2 Arbeitsgängen: 0,26 - 0,30 l/m²

    Rechnung:

    1) 55 x 0,14 = 7,7 Liter2) 55 / 7 = 7,9 Liter
  2. StoColor Sil Premium (Silikatfarbe)Fläche 75 m²Ergiebigkeit: 0,12 - 0,14 l/m² oder 7 m²/lbei 2 Arbeitsgängen: 0,24 - 0,28 l/m²

    Rechnung:

    1) 75 x 0,13 = 9,75 Liter2) 75 / 7 = 10,72 Liter
  3. StoColor Opticryl (Latexfarbe)Fläche: 65 m²Ergiebigkeit: 0,13 - 0,15 l/m² oder 7,5 m²/lbei 2 Arbeitsgängen: 0,26 - 0,30 l/m²

    Rechnung:

    1) 65 x 0,14 = 9,1 Liter

    2) 65 / 7,5 = 8,7 Liter

Je nach Ergiebigkeit der Farbe und Beschaffenheit des Untergrunds, können Sie beinahe exakt ausrechnen, wie viel Liter Farbe Sie für Ihr Projekt benötigen.

Tipp: Sie können auch alle Sto Farben sprühen und ganze Räume in nur wenigen Minuten streichen

Es bleiben aber noch eine wichtige Frage offen:

4) Welchen Fehler sollten Sie auf jeden Fall vermeiden?

Wir können es nicht oft genug sagen:

Halten Sie einen großzügigen Abstand zu Billigfarben aus dem Baumarktregal.

Warum?

Sie haben vielleicht berechnet, dass Sie für ihr Malerprojekt 5 Liter Farbe brauchen und holen sich daraufhin ein Schnäppchen aus dem Baumarkt.

Doch wie es bei Billigfarben fast immer die Regel ist:

Mit nur einem Anstrich kommen Sie nicht weit.

Auch nicht mit 2 Anstrich.

Oder 3 Anstrichen.

Warum?

Billigfarben haben minderwertige Farbpigmente, wenig Bindemittel und viele Füllstoffe. Solche Wandfarben sind also weder gut deckend, noch haften sie gut an der Wand.

# Lesetipp: Warum Sie Sto Farbe nicht im Baumarkt kaufen können

So kann es schnell passieren, dass für eine 55m² Fläche nicht 8 Liter brauchen, sondern satte 16 Liter oder gar 24 Liter.

Lohnt sich also Billigfarbe?

Hier ist die einfache Rechnung:

Aus 8 Liter Farbe werden 24 Liter

Aus einem Anstrich werden 3 Anstriche

Das Ergebnis ist kein Witz:

Dreifache Menge. Dreifache Kosten. Dreifacher Aufwand. Exponentiell steigender Frust.

Sparen Sie nicht bei der Qualität oder beim Preis der Farbe, sondern bei der Menge und beim Aufwand - so machen es die Profis.

#Lesetipp: 10 Gründe, warum Maler Sto Farbe empfehlen.

Wir antworten auf alle Ihre Fragen.

Schreiben Sie Ihre Frage in die Kommentare oder kontaktieren Sie uns persönlich.

In unserem Sto Farben Online Shop finden Sie alles, was Ihre Wand braucht.


Frohes Schaffes,

Ihr Andreas Neufeld.

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